Sehenswürdigkeiten und Stadtgeschichte

 

Tourismus in Templin

Templin ist seit vielen Jahren ein beliebter Ausflugs- und Urlaubsort für Gäste aus nah und fern. In einem der größten Landkreise Deutschlands – der Uckermark – verzaubert das malerische Städtchen Templin mit seiner historischen Altstadt sowie mit seiner Seen- und waldreichen Landschaft die Touristen und Einheimischen. Hier findet man den ruhevollen Urlaub ohne Langeweile oder den aktiven ohne Stress. Nicht weit weg von Berlin und der Umgebung ist ganz schnell der hektische Alltag vergessen. Ein Spaziergang durch die historische Altstadt kommt einem unvergesslichen Ausflug in frühere Jahrhunderte gleich. Templin entwickelte sich im Mittelalter zu einer wohlhabenden und blühenden Stadt. Die Stadt „Templyn“ – eine Bezeichnung aus dem Slawischen – bedeutet so viel wie „Ort auf dem Hügel, der am Wasser liegt. Templin wurde im 13. Jahrhundert von askanischen Markgrafen gegründet und blickt auf ereignisreiche 750 Jahre zurück. Nicht nur Kriege und Belagerungen, sondern auch Brände, Krankheiten und Naturkatastrophen plagen die Stadt immer wieder.

Dennoch haben die Bürger ihren Mut und ihre Liebe zur Stadt nie verloren. Sie haben „ihr“ Templin immer wieder erfolgreich aufgebaut. Die liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser und gepflegten Grünanlagen zeugen von der Liebe und Verbundenheit der Bewohner mit der Stadt.

Eine 1735 Meter lange und bis zu sieben Meter hohe Feldsteinmauer hat die wechselhaften Zeiten überdauert und ist heute mit den drei Stadttoren, den Türmen und den 47 Wiekhäusern Templins großartigstes Bauwerk. Nach einem verheerenden Brand von 1735 wurde die Altstadt schachbrettartig wiederaufgebaut. Sehenswerte Bauten sind das barocke Rathaus von 1750, die Maria-MagdalenenKirche von 1749 und das älteste Gebäude, die St. Georgenkapelle aus dem 14. Jahrhundert. Templin gehört zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg, die sich zum Ziel gesetzt hat, die historische Bausubstanz zu bewahren und behutsam zu erneuern. Templins gesunder Schatz kommt aus 1650 Metern Tiefe- das Heilwasser der NaturThermeTemplin. Im Jahr 2000 erhielt Templin die Anerkennung als Thermalsoleheilbad. Die 57 Grad warme Thermalsole ist geeignet für die Behandlung und Linderung bei Erkrankungen der Atemwege, der Haut, des Stütz- und Bewegungsapparates. Die Bade- und Saunalandschaft sowie ein modernes Therapie- und Wellnesszentrum sind eine Wohltat für Körper und Seele. Templin bietet einen Gesundheitsurlaub für alle Sinne. Zu einem ganz besonderen Familienerlebnis lädt die Westernstadt „ELDORADO TEMPLIN“ ein. Die Höhepunkte im „Wilden Westen“ sind zweifellos die Stuntshows auf der Ranch oder in der Main Street. Auf 70.000 Quadratmetern ist die Illusion für Groß und Klein perfekt.

 

Auf der Spur der (alten) Steine

Stadtmauer, Tore und Türme: Templins mittelalterliche Kulisse ist so gut erhalten wie sonst kaum eine in Norddeutschland. So kommt ein Stadtspaziergang durch die Altstadt einem unvergesslichen Ausflug in frühere Jahrhunderte gleich. Die Stadt „Templyn“ – eine Bezeichnung, die aus dem Slawischen kommt und soviel heißt wie „Ort auf dem Hügel, der am Wasser liegt“ – wurde im 13. Jahrhundert am Schnittpunkt wichtiger Handelsstraßen gegründet. Der Ort entwickelte sich im Mittelalter zu einer wohlhabenden und blühenden Stadt, die man versuchte, mit einer Feldsteinmauer zu schützen – 1735 Meter lang und bis zu sieben Meter hoch. Die Stadtmauer hat die wechselhaften Zeiten überdauert und ist heute Templins großartigstes Bauwerk. Ein lückenloser Ring mit Toren und Türmen und mit 47 Wiekhäusern. Eine größere Mauer übrigens, als die von Carcassonne in Südfrankreich. Heute ist sie vollständig saniert und kann im Inneren einmal komplett umrundet werden. Die Templiner Altstadt, nach einem verheerenden Brand 1735 neu aufgebaut, ist regelmäßig wie ein Schachbrett: mit einem Grundriss aus sechzig rechten Winkeln. Auf dem Marktplatz das barocke Rathaus von 1750, zwei Karrees weiter die Stadtkirche Maria Magdalena (1745-1749). Im Schutze der Mauer steht Templins ältestes Gebäude, die St. Georgenkapelle aus dem 14. Jahrhundert. Mit dem Berliner Tor, dem Mühlentor und dem Prenzlauer Tor sind drei gotische Backstein-Stadttore erhalten. Im Prenzlauer Tor wird nach einer umfangreichen Sanierung 2011 das Stadtmuseum sein Domizil finden. Das Akzisehaus , das ehemalige Torschreiberhäuschen , wurde 1768 zusammen mit dem Neuen Tor errichtet. Templin gehört zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg. Die Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die historischen Stadtkerne zu pflegen, die historische Bausubstanz zu bewahren, mit neuem Leben zu füllen und behutsam zu erneuern. Im Rahmen des „historischen Adventskalender“, einer Aktion der Arbeitsgemeinschaft, öffnen sich jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit auch in Templin die Türen geschichts- und geschichtenträchtiger Bauten.

 

Der Marktplatz

Der Templiner Marktplatz wurde im 13. Jahrhundert an der Kreuzung wichtiger mittelalterlicher Handelsstraßen als Handelsplatz angelegt. Hier konzentrierte sich das gesamte Stadtleben. Seine heutige Anlage erhielt er nach dem letzten großen Stadtbrand von 1735. Der quadratische Marktplatz ist mit einer Lindenallee umgeben. Mitten auf dem Platz wurde die Friedenseiche am 18. Oktober 1871 zum Gedenken an den Sieg über die Franzosen gepflanzt. Das Kriegerdenkmal wurde am 18. Oktober 1885 in Gedenken an die Gefallenen aus den Feldzügen von 1864, 1866 und 1870/71 eingeweiht. Die Neugestaltung des Marktplatzes erfolgte in den Jahren 1998 – 1999. So entstanden das historische Pflaster, der Marktbrunnen, die Beleuchtung des Rathauses und des Marktplatzes, Schaukästen, Parkbänke und vieles andere neu. Handels- und Festplatz war und ist der Templiner Marktplatz seit eh und je, einstmals fanden hier Jahr- oder Viehmärkte statt, heute wird er durch Wochenmärkte und Stadtfeste belebt.

 

Das historische Rathaus

Alte Kellergewölbe weisen auf das Vorhandensein früherer Rathäuser an diesem Platz hin. Mehrere Stadtbrände im Mittelalter zerstörten das Rathaus des Öfteren, letztmalig 1735. Nach Plänen von Karl Samuel Schmidt und dem königlichen Hofbaumeister Johann Gottfried Kemmeter wurde es in der Zeit von 1746 – 1748 wieder aufgebaut und erhielt sein heutiges Antlitz. Es entstand ein dreigeschossiger massiver Barockbau mit aufwendiger Putzfassade, Walmdach und einem Turm mit preußischem Adler auf der Spitze. Ab 1855 war es ausschließlich Verwaltungsgebäude. Der Bombenangriff vom 6. März 1944 zerstörte die rechte Hälfte des Rathauses. In den Jahren 1963 – 1966 erhielt das Rathaus wieder seine historische Gestalt. 1991 – 1998 wurde dieses Einzeldenkmal vom Keller bis zur Turmspitze umfassend modernisiert. Als Rathaus wird es heute nicht mehr genutzt. Hier befindet sich die Tourismus-Marketing Templin GmbH mit der Templin-Information.

 

Die Maria-Magdalenen-Kirche

Diese Kirche ist die Hauptkirche der evangelischen Gemeinde in Templin. Sie steht auf den Fundamenten ihrer mittelalterlichen Vorgängerin von 1492 und somit auf dem ursprünglichen Begräbnisplatz der Stadt. 1735 brannte sie bis auf den Turmsockel und die Sakristei nieder. 14 Jahre dauerte der Wiederaufbau. König Friedrich II. setzte es durch, dass die Kirche 1749 wieder eingeweiht werden konnte. Daran erinnert ein Spruch am Seitenportal. Im Innern der Kirche ist der ursprünglich dreischiffige gotische Hallenbau auch heute noch sichtbar. Das Kreuzrippengewölbe ist durch flache Balkendecken ersetzt. Altar, Kanzel und Taufe sind aus Sandstein, das Taufbecken aus Messing und der Opferkasten aus Eisen mit teilvergoldeten Ornamenten. 1994 hat die Potsdamer Orgelbaufirma SCHUKE die Orgel eingebaut. Ganzjährig erfreuen Konzerte in einer herrlichen Akustik die Gäste und Einheimische.

 

Die St.-Georgen-Kapelle

Nahe dem Berliner Tor findet man das älteste Gebäude Templins. Die kleine Kapelle aus dem 14. Jahrhundert, in backsteingotischer Bauweise gebaut, wurde niemals völlig zerstört. In der Kapelle befindet sich eine prächtige Holzplastik aus dem 16. Jahrhundert, die den Schutzpatron Georg zu Pferd und in voller Rüstung im Kampf mit dem Drachen darstellt. Ein Flügelschrein aus dem 15. Jahrhundert bildet den Mittelpunkt der kleinen Kirche. Die St.- Georgen-Kapelle ist bis heute so erhalten, wie sie in vorreformatorischer Zeit gebaut wurde.

 

Berliner Tor

Es ist eines der drei beeindruckenden Stadttore Templins. Das dreigeschossige Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert ist mit einer repräsentativen Fassade zur Stadtseite ausgestattet, die als eine der schönsten der norddeutschen Backsteingotik gilt und Ausdruck sich entwickelnden bürgerlichen Wohlstandes ist.

 

Mühlentor

Das kleinste Stadttor – das Mühlentor – ist der älteste Torbau. Über der Durchfahrt erhebt sich ein zweigeschossiger Backsteinturm. Ein Plattenfries mit Palmettenornament wurde nach dem Vorbild der Klosterkirche zu Chorin gestaltet und schmückt das Tor zur Stadtseite.

 

Prenzlauer Tor

Das Prenzlauer Tor ist das jüngste und vollendetste Backsteintor Templins. Es stellt eine große Besonderheit dar, denn es besitzt neben dem Haupttor auch ein Vortor und einen Zwinger. Vortore waren Schutzschilde vor den Tortürmen. Daran kann man heute noch die Wehrhaftigkeit dieses Tores erkennen. Südlich der Anlage befindet sich ein sogenannter Waldemarsgang mit dem Waldemarstor. Ihren Namen verdanken sie der Legende um den Falschen Waldemar. Im Prenzlauer Tor befindet sich seit 1957 das Museum der Stadt. Nach der Sanierung von 2010 entstand ein großzügiger Raum, der das Museum für Stadtgeschichte beherbergt. Dem Besucher werden Orts-, Regional- und Museumsgeschichte nahegebracht.

 

Museum für Stadtgeschichte

Templin Im geschichtsträchtigen Prenzlauer Tor präsentiert sich eine Dauerausstellung über die Entwicklung Templins und des Umlandes. in einem einzigen lichtdurchfluteten barrierefreien Raum. Bereits 1957 wurde ein Heimatmuseum in der Toranlage errichtet. Im Jahr 2010 entstand nach einer umfangreichen Sanierung das Museum für Stadtgeschichte Templin. Der Sammlungsbestand wurde neu geordnet, die Wandlung vom Volkskundemuseum zum Stadt- und Regionalmuseum wurde vollzogen. In drei großen Abschnitten zeigt die Ausstellung „Die Stadt“, „Das Leben in Stadt und Land“ und „Das Land“. Ausstellungsobjekte zum städtischen Leben, zur Landschaft um Templin, Wald und Seen und zum Tourismus bringen dem Besucher die Orts-, Regional- und Museumsgeschichte nahe. „Stadtgeschichten“ werden im Waldemarsgang erzählt. Dort erfährt man Geschichten über Personen, Einrichtungen und Orte, die für das Prägen der Stadt von großer Bedeutung sind.

 

Pulverturm

Im frühen 15. Jahrhundert wurde ein weiteres Wieckhaus zum heutigen Pulverturm umgebaut um darin Schießpulver zu lagern. Das noch vorhandene, gemauerte und deshalb nicht entflammbare Kegeldach verweist auf einen hohen Sicherheitsstandard. Ebenso wie der Eulenturm wurde auch dieser Turm mit Schießscharten ausgestattet.

 

Der Eulenturm

Um Schießpulver lagern zu können, wurde bereits im 14. Jahrhundert ein halbrundes, offenes Wieckhaus zum heutigen Eulenturm umgebaut. Sein alter Name „Hungerturm“ und die in 6m Höhe liegende Tür verweisen auf seine Nutzung als Stadtgefängnis. Inhaftierte wurden in den tür- und fensterlosen Teil des Turmes hinabgelassen. Um das Gefängnispodium zu erreichen, waren zwei verschiedene Schlüssel nötig. Einen besaß der Kerkermeister, den anderen der Stadthauptmann. Der Verurteilte musste selbst für Gefängnis- und Hinrichtungskosten aufkommen, inkl. der Verpflegung. Hatte der Delinquent kein Geld, musste die Stadt zahlen. Bei leerer Stadtkasse kam es vor, dass der Gefangene „vergessen“ wurde und verhungerte

Zugleich hat er als Beobachtungs- und Wehrturm gedient, denn aufgrund des langen und stark gekrümmten Bogens zwischen Prenzlauer Tor und Berliner Tor war das Gelände im Südosten schwer zu überwachen.

 

Der Lehmanngarten am alten Joachimthalschen Gymnasium

Das 1607 in Joachimsthal gegründete Joachimsthalsche Gymnasium wurde 1636 nach Berlin verlagert und kam 1912 nach Templin in der Uckermark. Einer seiner bedeutenden Lehrer wurde Gustav Lehmann. Zu seinen besonderen Verdiensten an dieser Schule gehört die Einrichtung eines Botanischen Gartens. Den Garten gestaltete er in so mustergültiger Weise, daß ihm am 29. Dezember 1913 der Titel „Professor“ verliehen wurde, für einen Nichtakademiker eine besondere Auszeichnung. Die etwa 2.500 Quadratmeter große Gartenanlage befindet sich direkt an der Ortsausfahrt Templin in Richtung Prenzlau. Das Zentrum des Gartens wurde gebildet durch einen runden Gartenteich, ein Becken für Pflanzen der Moore sowie eine durch einen Weinstock überwachsene Pergola. In der Nähe des Teiches wurden zwei beachtliche Hügel aus Erde und Steinen künstlich angelegt. Auf ihnen wuchsen zahlreiche einheimische Arten, aber auch Arten der Alpenflora. Im „Templiner Kreiskalender“ von 1928 schrieb er den auch heute noch verpflichtenden Aufruf „Schützt die Flora der Heimat!“. Professor Gustav Lehmann starb am 7. März 1928 und wurde in der Nähe des Botanischen Gartens beigesetzt. Der Garten diente im Sinne seines Gründers dem Joachimsthalschen Gymnasium und auch anderen Schulen der Stadt Templin zur Gestaltung des Unterrichts. Noch 1958 wurden aus dem fernen Argentinien und aus Australien Anfragen an den Lehmann Garten zu heimischen Orchideen und zur Kuhschelle gerichtet. Die Arbeiten zur Rekultivierung des Gartens begannen 1988/89 mit der Ausholzung. Die Bestandsaufnahme vor der Neubegründung ergab 41 Arten. Ziel ist es, einen Lehrund Schaugarten im Sinne Professor Lehmanns zu entwickeln. Er soll der Öffentlichkeit und in besonderem Maße Templiner Schulen dienen. So entsteht ein mit heimischen Arten besetzter Gartenteich und Hügel, die vor allem mit Heil- und Gewürzpflanzen, mit nachwachsenden Rohstoffen, sowie mit Blütenstauden bepflanzt sind. Unterstützung erhält der Garten durch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, den Genpool Gatersleben, durch den Naturpark Uckermärkische Seen, durch die Universität in Potsdam, die Stadt Templin und den Kurförderverein. Mit lebenden Weidenhütten und anderem Naturmaterial gestaltet, ist der botanische Garten zugleich ein Naturspielplatz, der als familienfreundliches Angebot für die Bevölkerung sowie für Urlauber und Kurgäste der Stadt gedacht ist.

 

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